🎭 Verhalten verstehen
Was steckt hinter herausforderndem Verhalten? Konkrete Tipps für schwierige Situationen.
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Klicken Sie auf ein Verhalten, um zu verstehen, was dahinter steckt und wie Sie reagieren können.
Aggression & Wut
Schimpfen, Schlagen, Schreien – warum und was hilft?
Unruhe & Wandern
Rastloses Umherlaufen, besonders abends
Weglauftendenz
Will nach Hause, obwohl er/sie zu Hause ist
Misstrauen & Beschuldigungen
"Du hast mein Geld gestohlen!"
Ständiges Wiederholen
Die gleiche Frage immer wieder
Nächtliche Unruhe
Tag-Nacht-Rhythmus durcheinander
Aggression & Wut
Warum reagiert mein Angehöriger plötzlich so?
💜 Das steckt dahinter
Aggression ist fast nie böse gemeint. Menschen mit Demenz erleben die Welt oft als verwirrend und bedrohlich. Wut ist eine natürliche Reaktion auf Überforderung, Angst oder Frustration. Oft liegt auch ein unerfülltes Bedürfnis zugrunde: Schmerzen, Hunger, Durst, Langeweile oder das Gefühl, nicht verstanden zu werden.
✅ Das können Sie tun
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Ruhe bewahren
Atmen Sie tief durch. Ihre Ruhe überträgt sich. Sprechen Sie langsam und mit sanfter Stimme.
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Ursache suchen
Hat er/sie Schmerzen? Hunger? Muss zur Toilette? Ist etwas zu laut oder zu hell?
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Situation verlassen
Wenn möglich, geben Sie Raum. Verlassen Sie kurz den Raum und kommen Sie später zurück.
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Ablenken
Wechseln Sie das Thema. Bieten Sie eine Tasse Tee an. Spielen Sie vertraute Musik.
❌ Das sollten Sie vermeiden
- Diskutieren oder argumentieren – das verstärkt die Aufregung
- Korrigieren oder zurechtweisen – das beschämt
- Schnelle Bewegungen oder laute Geräusche
- Die Person festhalten (außer bei Gefahr)
⚠️ Wichtig zu wissen
Plötzliche Verhaltensänderungen können auf eine Infektion (z.B. Harnwegsinfekt) hinweisen. Bei ungewöhnlich starker Aggression: Arzt aufsuchen!
Unruhe & Wandern
Warum läuft mein Angehöriger ständig umher?
💜 Das steckt dahinter
Unruhe und Wandern sind oft ein Zeichen von innerem Stress oder unerfüllten Bedürfnissen. Manchmal sucht die Person etwas (auch wenn sie nicht weiß, was), manchmal ist es ein Bedürfnis nach Bewegung oder Beschäftigung. Das "Sundowning" – verstärkte Unruhe am späten Nachmittag – hängt mit dem veränderten Tag-Nacht-Rhythmus zusammen.
✅ Das können Sie tun
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Bewegung ermöglichen
Gehen Sie gemeinsam spazieren. Bewegung ist wichtig und kann die Unruhe kanalisieren.
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Sichere Umgebung
Sorgen Sie für freie Wege ohne Stolperfallen. Türsicherungen können Weglaufen verhindern.
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Tagesstruktur
Regelmäßige Abläufe geben Sicherheit. Viel Tageslicht hilft beim Tag-Nacht-Rhythmus.
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Beschäftigung anbieten
Einfache Aufgaben wie Wäsche falten, Socken sortieren oder Gartenarbeit.
❌ Das sollten Sie vermeiden
- Zum Stillsitzen zwingen – das erhöht die Unruhe
- Einsperren oder fixieren
- Schimpfen oder tadeln
Weglauftendenz
"Ich will nach Hause" – obwohl er/sie zu Hause ist
💜 Das steckt dahinter
"Nach Hause wollen" bedeutet meist nicht die aktuelle Wohnung, sondern ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit – oft verbunden mit dem Elternhaus oder einer Zeit, als noch alles in Ordnung war. Es ist ein Ausdruck von Sehnsucht, nicht von Orientierungslosigkeit.
✅ Das können Sie tun
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Gefühl ansprechen
"Du vermisst etwas. Erzähl mir davon." Nicht: "Du bist doch zu Hause!"
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Erinnerungen teilen
Schauen Sie gemeinsam alte Fotos an. Sprechen Sie über früher.
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Sicherheit schaffen
Türsicherungen, GPS-Tracker, Notfall-Karte mit Kontaktdaten in der Tasche.
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Begleiten statt verhindern
Gehen Sie ein Stück mit. Oft reicht der Spaziergang, um die Unruhe zu lösen.
⚠️ Sicherheits-Tipp
Informieren Sie Nachbarn und Geschäfte in der Nähe. Halten Sie ein aktuelles Foto und eine Beschreibung bereit für den Notfall.
Misstrauen & Beschuldigungen
"Du hast mein Geld gestohlen!"
💜 Das steckt dahinter
Menschen mit Demenz verlegen Dinge und können sich nicht erinnern. Das Gehirn sucht nach einer Erklärung – und findet sie in anderen. Es ist keine böse Absicht, sondern der Versuch, die Welt zu verstehen. Oft richtet sich das Misstrauen gegen die engsten Bezugspersonen, was besonders schmerzhaft ist.
✅ Das können Sie tun
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Nicht persönlich nehmen
Es ist die Krankheit, nicht Ihr Angehöriger. Das Gehirn sucht Erklärungen.
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Gemeinsam suchen
"Lass uns zusammen schauen." Helfen Sie beim Suchen, ohne zu beschuldigen.
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Feste Plätze schaffen
Wichtige Dinge (Geldbörse, Schlüssel) immer am gleichen Ort aufbewahren.
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Ersatzgegenstände
Eine zweite Geldbörse mit wenig Geld kann helfen, wenn das Original "gestohlen" wurde.
❌ Das sollten Sie vermeiden
- Sich verteidigen oder rechtfertigen
- Beweisen wollen, dass Sie unschuldig sind
- Wütend werden oder Vorwürfe machen
Ständiges Wiederholen
Die gleiche Frage immer wieder
💜 Das steckt dahinter
Das Kurzzeitgedächtnis ist beeinträchtigt. Ihr Angehöriger erinnert sich nicht, dass er die Frage schon gestellt hat. Jedes Mal ist es für ihn das erste Mal. Manchmal steckt auch Unsicherheit dahinter – das Wiederholen gibt ein Gefühl von Kontrolle.
✅ Das können Sie tun
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Geduld üben
Antworten Sie jedes Mal freundlich. Für Ihren Angehörigen ist es jedes Mal neu.
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Aufschreiben
Ein Zettel mit der Antwort gut sichtbar: "Heute ist Montag. Maria kommt um 15 Uhr."
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Ablenken
Wechseln Sie das Thema. Bieten Sie eine Aktivität an.
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Hinter die Frage schauen
"Wann kommt Maria?" kann bedeuten: "Ich fühle mich einsam."
Nächtliche Unruhe
Tag-Nacht-Rhythmus durcheinander
💜 Das steckt dahinter
Die innere Uhr ist bei Demenz oft gestört. Das Gehirn unterscheidet nicht mehr klar zwischen Tag und Nacht. Dunkelheit kann Angst machen. Manchmal führt auch zu viel Schlaf tagsüber zu nächtlicher Unruhe.
✅ Das können Sie tun
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Viel Tageslicht
Morgens ans Fenster setzen. Spaziergang bei Tageslicht. Helle Räume tagsüber.
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Mittagsschlaf begrenzen
Maximal 30 Minuten. Aktivitäten am Nachmittag anbieten.
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Abendroutine
Immer gleicher Ablauf: Abendessen, Fernsehen/Musik, Waschen, Bett.
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Nachtlicht
Orientierungslicht im Flur und Bad. Dunkelheit kann Angst machen.
⚠️ Auch an sich denken
Nächtliche Unruhe ist extrem belastend für Pflegende. Holen Sie sich Unterstützung: Verhinderungspflege, Tagespflege oder Kurzzeitpflege können Entlastung bringen.
🌟 Goldene Regeln für jede Situation
Ruhe bewahren
Ihre Gelassenheit überträgt sich
Gefühle ernst nehmen
Auch wenn die Logik fehlt
Ablenken statt korrigieren
Wechseln Sie das Thema
Nicht persönlich nehmen
Es ist die Krankheit